Kommunales Starkregenrisikomanagement

Analyse und Handlungsmöglichkeiten

Maßnahmenkategorien nach DWA-M 119
Urbane Sturzfluten können einen dezentralen Charakter aufweisen und mehrere Bereiche einer Kommune gleichzeitig betreffen. Dabei erfolgen sie zudem sehr rasch und ohne große Vorankündigung, wodurch die Reaktionsmöglichkeiten äußerst eingeschränkt sind.

Somit bedarf es bereits im Vorfeld eines ganzheitlichen Handlungskonzepts. In diesem sollen folgende Fragen klar beantwortet werden:

  • Ursache: Wie kann der entstehende Oberflächenabfluss vermindert werden?
  • Symptome: Wie kann der nicht zu verhindernde Oberflächenabfluss kontrolliert werden?
  • Krisenmanagement: Wie wird vor Starkregenereignissen gewarnt und wie wird im Fall einer Sturzflut konkret reagiert?

Dabei wird man Starkregenereignissen nur selten mit einer zentralen Maßnahme begegnen können. In der Regel ist ein Bündel von Maßnahmen aus unterschiedlichen Bereichen einer Kommune notwendig.

Starkregenvorsorge ist Gemeinschaftsaufgabe

Eine der zentralen Aufgaben des Starkregenrisiko-Managements ist es, die ermittelten Gefährdungen und Risiken sämtlichen involvierten Akteuren vorzustellen und zu erläutern. Zu diesen Akteuren zählen:

  • Kommunale Verwaltung (Fachressorts für Stadtplanung, Straßenbau, Stadtentwässerung, Bauen und Wohnen, Gebäudewirtschaft, Grünflächen, Umwelt, Recht und Ordnung u.a.),
  • Stabsstellen für Brand- und Katastrophenschutz, Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienste u.a.,
  • Infrastrukturträger (Elektrizität, Ver- und Entsorgung, Verkehr u.a.),
  • politische Gremien und Entscheidungsträger,
  • Bürger bzw. allgemeine Öffentlichkeit,
  • Wirtschaft und Gewerbe,
  • Land- und Forstwirtschaft.


Oben genannte Akteure sollen die Bewältigung von Starkregenereignissen durch Informationsvorsorge als Gemeinschaftsaufgabe verstehen. Über eine starke interdisziplinäre Vernetzung und einen „runden Tisch“ kann so jeder seinen Teil zum Gesamtpaket der Maßnahmen beitragen.

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

Einlaufrechen
Eine Vielzahl von möglichen Maßnahmen sind in der Grafik oben rechts dargestellt. Diese umfassen sowohl bauliche/technische als auch organisatorische/administrative Maßnahmen.

Oftmals handelt es sich dabei um vergleichsweise kostengünstige Maßnahmen, wie z.B. die Optimierung eines Einlaufbauwerks oder die Erhöhung eines Lichtschachts.